Loriot: Das Frühstücksei – die Kunst des gelungenen Dialogs.

Beherrschen Sie sie auch? Falls nicht, es lohnt sich, sie zu lernen.

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Loriots Sketch bietet geradezu ein Paradebeispiel dafür. Veranschaulicht das Zwiegespräch zwischen den beiden Ehepartnern nicht auf geradezu exemplarische Weise die hohe Kunst und Raffinesse eines – na ja, zugegeben mehr oder weniger – gelungenen Dialogs?

„Ich habe es gehört…“

Zuhören, seine Zunge im Zaum halten, dem Gesprächspartner gegenüber sitzen – auch im übertragenen Sinn – ihn ausreden lassen, selbst wenn’s manchmal schwerfällt vor lauter Ungeduld oder Unlust…
Das sind ja erst mal Grundvoraussetzungen, um überhaupt ernsthaft in ein Gespräch zu gelangen. Jeder der Beteiligten steckt seine Grenzen ab und erklärt sich. Denn als sprachliche Wesen, die wir Menschen nun mal sind, bekommen wir erst im Gespräch mit anderen eine Vorstellung davon, wie oder wer wir selbst sind oder sein könnten. Loriots erfahrene Hausfrau ist sich ihrer Identität immerhin soweit sicher, dass sie mit vehementer Bestimmtheit ausschließen kann: „Ich weiss es nicht, ich bin kein Huhn!“

„Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott!“

Leider fehlt es aber ganz offensichtlich an der zweiten grundlegenden Bedingung für einen gelungenen Dialog. Nämlich dem Respekt – oder altmodisch gesprochen –  der Ehrerbietung dem Gesprächspartner gegenüber. Denn wozu sonst wären Abwertung und Abwehr – das zynische „Mein Gott“ der Ehefrau – nötig? Und so ist es wohl unvermeidlich, dass sich die Situation zwischen den beiden hochschaukelt.

„…vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht.“

Der frustrierte Ehemann weist seine Partnerin im weiteren Gesprächsverlauf auf eine dritte – wiederum ganz basale – Gesprächstugend hin: Nämlich das Erkennen und Beobachten eigener Gedanken und Gefühle. Das in der Schwebe lassen von Meinungen. Das zunächst zurückhaltende Abwarten und Abwägen, bevor zurück geschossen wird ohne Sinn und Verstand. Wie sicher ich meiner selbst bin, zeigt sich ja wohl gerade erst in meiner Fähigkeit zum Mich-Hinterfragen-Lassen, oder etwa nicht?

„Ich bringe sie um! Morgen bringe ich sie um!“

Erst dann besteht eine reelle Chance  – im letzten Schritt – im Zusammenspiel mit dem anderen zu meiner eigenen authentischen Sprache zu gelangen. Und dann im Aussprechen meiner persönlichen Wahrheit die Kluft zum Gegenüber zu überwinden. Und das, indem ich die Grund-Frage eines jeden Dialogs stelle: Was tust Du da, und wie kommst Du dazu, das so zu verstehen, wie Du es tust?

Zugegeben:

im vorliegenden Beispiel haben wir es bei Loriot mit einer reichlich konsequenten Form eines Lösungsvorschlags zu tun. Und ich behalte mir selbstverständlich vor, schon mal fürsorglich auf Folgendes hinzuweisen: Die Schlussfolgerung des Ehemannes ist in der Mehrheit der Fälle nicht auf meinen persönlichen (Texter-)Alltag zu übertragen.

Lieber stelle ich mich der Herausforderung des Zuhörens und Verstehen-Wollens Tag für Tag neu. Im direkten Kundenkontakt, im Umgang mit meinen Kollegen und Kolleginnen und natürlich mit den Menschen, die mir lieb und teuer sind. Und dabei habe ich festgestellt: Zuhören ist echt schwierig.

Und wie schaut’s bei Ihnen da so aus? Sind Sie schon im Dialog 🙂 – zum Beispiel mit Ihren Kunden?

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